Author Archives: Prof. Dr. Andrea Back

  • Kolumne: Von der Kunst, Kunst zu unterrichten

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    Wo holt man sich am besten Inspirationen für Innovationen in der Gestaltung von Lehren und Lernen? Wie so viele bin ich letztes Jahr ins Silicon Valley gereist, wo der Geist der Digitalisierung so viele Menschen beflügelt, um Experimente und Erfolge zu finden, wie man Schule und Unterrichten neu denken kann. Mich interessierten sogenannte „Lab Schools“. Nicht dass ich unter der Bezeichnung „Lab School“ Programmierlabore gesucht hätte, sondern ich las darin den Anspruch, frei von Regulatorischem zu denken und Innovativen umzusetzen, im Sinne eines fortlaufenden Lernprozesses. Ich traf dann tatsächlich einen inspirierenden Schulleiter, der dann auch für das Eröffnungsreferat am „Tag der Lehre“ unserer Universität in die Schweiz kam.

    Wohin nun würde es mich ziehen, um wieder Anstösse für neue Möglichkeiten in der Lehrpraxis aufzuspüren? Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich würde mich gerne an Kunsthochschulen umschauen. Wie ich darauf gekommen bin? Als langjährige Professorin an einer Business School habe ich die verschiedenen Erneuerungen des Ausbildungsprogramms, insbesondere auf Masterstufe, miterlebt. Eine bemerkenswerte Neuerung war vor einigen Jahren die Umbenennung von „Master of Information, Media and Technology Management“ in „Master of Business Innovation“. Im Zuge dessen gewann die Lehrveranstaltung „Design Thinking“ immer grössere Bedeutung. An der Uni ebenso wie in der Praxis geht es darum, Innovation mit digitalen Mitteln und im Umfeld des Digital Age zu gestalten.

    So kam mir der Gedanke, dass wir uns auch als Hochschule für Digitale Gestaltung betrachten könnten, so wie es Hochschulen für textile Gestaltung, Holztechnik oder für Kommunikations-Design gibt, die ja auch alle einen engen Wirtschaftsbezug haben. Was liegt also näher als zu fragen, wie man Gestaltung lehrt und lernt? Seit einem Jahr liegt der FAZ-Artikel „Wie lernt man Kunst?“ (Nr. 115, 18. Mai 2017, S. 12 und 13) in meiner Sammelmappe für den Newsletter. Er erschien anlässlich des 200-Jahr-Jubiläums der Frankfurter Städelschule, einer Hochschule für Bildende Künste, und fragt Ehemalige nach dem Geheimnis ihres Erfolgs. Künstler aus aller Welt erinnern sich. Ich gebe Ihnen hier einige Zitate und Gedanken dazu (in kursiv) als Kostproben.

    Haegue Yang: „Die Städelschule kam mir vor wie ein Labor, in dem mit brutal nährstoffreichem Dünger extremes Wachstum produziert wird“. Für Hochschulen wünsche ich mir genug Labor-Charakter dieser Art – oft neigen wir bei der Programmgestaltung zu Overengineering, sprich die Hochschule wird dann mehr vom Bild einer Lernfabrik geprägt. Wolfgang Tillmans: „Es sind Details, die den Unterschied machen, zum Beispiel die Schlüsselkarte, die vierundzwanzig Stunden Zugang erlaubt. … in einer für manchen Künstler wichtigsten Zeitspanne – der Nacht“. Das würden sicher auch viele unserer Studierenden über Nachtarbeit von sich sagen. Kaspar König: „Die Städelschule ist keine Berufsschule“. Willem de Rooij: „Am meisten lernen Studenten untereinander. Deshalb liegt die wichtigste Aufgabe eines Professors darin, dafür zu sorgen, dass sich in seiner Klasse Köpfe, Kompetenzen und Erfahrungen mit den verschiedensten Hintergründen finden.“ Diversität halte ich auch für eine wichtige Quelle von Kreativität, Innovation und Bildung; für sie muss aktiv Sorge getragen werden. In Kunsthochschulen wird in Ateliers gearbeitet. Das wünsche ich mir auch für unsere Lernräume. Schliesslich wird die Digitalisierung mit dem Internet der Dinge und Robotern viel begreif-barer als zuvor.

    Wenn Sie meinen Gedankengang vielversprechend finden und ihn gerne weiterspinnen möchten, schreiben Sie doch bitte – an uns alle im Kommentar – wo im Umfeld von Hochschulen für Gestaltung Sie für sich Inspirationen oder Beispiele gefunden haben. Wie kann dort gelebte Didaktik auch auf die Gestaltung digitaler Objekte übertragen werden? Oder wie arbeiten diese Hochschulen überhaupt mit digitalen Mitteln für Lehren und Lernen.

  • Kolumne: Fake Nudges für die Lernmotivation – oder doch nicht?

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    Das mit dem Spanisch-Sprachkurs an der Uni hat nicht geklappt. Jetzt bin ich extra in eine Universitätsstadt in Spanien für einen Monat Nomadic Work gereist, um bei der Gelegenheit mein Anfänger-Spanisch immersiv zu verbessern, und diese wichtige Säule fällt aus. Was nun also?
    Wie im Blog-Beitrag „Fremdsprachen lernen für Fortgeschrittene mit LingQ oder Duolingobeschrieben, gibt es natürlich jede Menge Online-Lern-Apps, mit denen man sein Sprachniveau verbessern und sich so mehr Mut zum Sprechen machen kann. Ich habe mich mit LingQ angefreundet und bin fleissige, ja sogar fast süchtige Nutzerin.

    Bei diesem Online-Lernen habe ich erstmals so richtig erlebt, was man „Gamified Apps“ nennt – schliesslich nutze ich keine Fitness-Apps und halte ich mich von Online-Games völlig fern. Jetzt also ist mein Bildschirm voll mit quantitativen Rückmeldungen, was alles schon erreicht ist, und ich bekomme visuelles und textuelles Lob- und Ermunterungsfeedback. Und dann diese Spielerei mit dem Avatar. Ich gebe zu, die Sache dass mein humanoider Avatar mit dem persönlichen Leistungsstand wie ein Kind wächst und individuell – durch den Einsatz meiner verdienten Lern-Coins – eingekleidet werden kann, fand ich erst einmal ziemlich motivierend. Nur verbrauchte sich dieser Effekt schnell.

    Ich will ja kein Spielverderber sein und auch nicht zu arrogant tun. All das hat ja schon etwas für sich, selbst wenn man meint, das wäre weitgehend überflüssiger Zierrat. Da gibt es nämlich eine Rückmeldung, die ich zur Lernmotivation richtig gut finde. Sie ist allerdings eher versteckt in dem Wochenbericht, in dem die gehörten Stunden, die gelesenen und die geschriebenen Worte zusammengestellt sind. Wie im Kleingedruckten steht unter diesen Metrics der Hinweis: „Your translations have been used 90 times by other members, including 25 this week. Congratulations!”. Um das zu verstehen, zunächst eine Erklärung: In den fremdsprachlichen Lerntexten, die verschiedene Leute zur Plattform beisteuern, markiert man Vokabeln oder Ausdrücke, die man sich einprägen möchte und welche die Lern-App dann in verschiedenen Formen zur Wiederholung anbietet. Die Übersetzung in Deutsch wird von Google Translate erzeugt, falls keine andere da ist. Und diese automatischen Übersetzungen hören sich sehr oft so gar nicht nach richtigem Deutsch an – also kann man den Übersetzungsvorschlag selbst jeweils verbessern bzw. einen nach persönlichem Geschmack eingeben.

    Das hatte ich auch hie und da getan, aber doch so wenig, dass ich mich frage, wie es sein kann, dass bei der Menge an Content auf der Plattform so viele andere LingQ-Lerner das schon benutzt haben können. Ob diese Rückmeldungen vielleicht „Fake Nudges“ sind, Motivationsstupser, um die Lernenden bei der Stange zu halten und fleissige Helferlein für gute Übersetzungen zu haben? Selbst wenn es so wäre, was sollte man davon halten? „Fake News“ sind natürlich ein „No go“. Aber nach dem Motto, der gute Zweck heiligt die Mittel, würde ich „Fake Nudges“ dieser Art tolerieren, solange nicht übertrieben wird. Aber vielleicht stimmt es ja auch exakt, was da steht, dass schon 90 Mal meine Übersetzung anderen besser gefallen hat und sie nun damit arbeiten. Hoch lebe die Community!

  • Fremdsprachen lernen für Fortgeschrittene mit LingQ oder Duolingo

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    Wenn man nach Empfehlungen für die besten Online-Lernlösungen sucht, ist in aller Regel auch Duolingo  darunter. Ein kurzer Einstufungstest prüft Vorkenntnisse in der betreffenden Sprache und dann werden die Aufgaben serviert. Hier ein Erfahrungsbericht von meinen (Andrea Back) wenigen Nutzungswochen. Sehr gut gefallen hat mir, dass man allein mit dem Smartphone arbeiten kann. Als Lernende mit Vorkenntnissen in Spanisch wurde mir allerdings schnell etwas langweilig, denn die Aufgaben sind trotz Einstufung zu einfach, und die ganze Prozedur fühlt sich auch eher nach Schule an. Der weitgehend vorgegebene Lernweg zum Beispiel ist für den Einstieg sicher gut ist, aber passt nicht wirklich zu meiner Situation, im Land die Sprache zu lernen. Hinsichtlich Sprechfähigkeit bringt Duolingo mich kaum weiter.

    Im Beitrag Top 10 – Die besten Sprachlern-Apps wird bei Vorkenntnissen LingQ empfohlen, von dem ich erstmals gehört hatte. Seit drei Wochen nutze ich es regelmässig und bin sehr angetan davon. Man kann aus einer Vielzahl von Texten auswählen, die von Native Speakers gesprochen werden, und sich so beliebig einstufen bzw. mit Niveaus experimentieren. In den Texten markiert man Vokabeln oder ganze Ausdrücke, die man sich einprägen möchte. Der Grundgedanke hier ist, dass man sehr viel und wiederholt hört, insbesondere auch verschiedene Sprecher, so dass man quasi automatisch die Grammatik verinnerlicht, statt sie büffeln zu müssen. Zudem wird man mit Ausdrücken und Inhalten konfrontiert, die einen wirklich interessieren und die aktuell auch so benutzt werden. Und wie ist es mit dem Sprechen? Das Üben von Aussprache und flüssigem Formulieren ist selbstgesteuert – für mich hat auswendig Nachsprechen einzelner Sätze unmittelbar nach dem Hören viel gebracht. Ansonsten gibt es nur ein wirksames Mittel – in möglichst vielen Situationen sprechen, sprechen, sprechen. LingQ jedenfalls macht Mut und wirklich Lust dazu.

  • CAS Digital Insurance Transformation

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    Im Mai startet der erste Durchgang des Zertifikatsprogramms Digital Insurance Transformation (CAS) für Führungskräfte der Assekuranz. Im ersten Modul dürfen wir Wissen aus unserer Lehrstuhlforschung weitergeben. Zum einen über das Digital Maturity Assessment, zu dem wir weiterhin laufend Anfragen erhalten. Zum anderen über weitere Managementtools für die Strategiearbeit im digitalen Zeitalter, die in meinem Arbeitsgebiet in Entwicklung sind.

  • QR-Codes bald im Höhenflug

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    Vor fast 10 Jahren, im Mai 2009, habe ich eine Projektarbeit zum Thema „2D/QR-Codes – Grundlagen und Anwendungen in Unternehmen“ auf Slideshare hochgeladen. Sie ist seitdem über 10.000-Mal abgerufen worden. Zudem treffen immer wieder Anfragen ein, ob ich zu dem Thema nicht ein Buchkapitel schreiben wolle. Man möchte doch meinen, dass dieses Thema in der schnelllebigen digitalen Welt längst obsolet ist, nachdem man auch nicht den Eindruck hat, sie hätten sich zu einer Killer-Application entwickelt. Jörg Eugster, der Initiator des Wikis „wifimaku-Lexikon – die ganze Welt des Online-Marketings“ schreibt dazu in seinem aktuellen Beitrag „5 Gründe für ein Revival des QR-Code“, dass dem nicht so ist und QR-Codes ihren Höhenflug erst direkt vor sich hätten. Bezahlen, Scannen im Supermarkt, Digitale ID und Logistik nennt er unter den Anwendungen. Ob er Recht haben wird? Tobias Kremkau, @Isarmatrose, Head of Coworking at @Oberholz, der kürzlich ohne Geldbörse unterwegs war, weiss zumindest eine Erfolgsgeschichte zu twittern, wo diese Codes schon alltäglich sind: ein QR-Code zusammen mit digitalen Geschwistern in der App haben ihn erfolgreich durch die Fahrkartenkontrolle in Berlin geschleust.

  • Kolumne: Digitaler Anstand auf weiss gedeckten Tischen

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    Stellen Sie sich folgenden Schauplatz des Geschehens vor: Zu zweit gehen Sie zum Business Lunch in ein Restaurant, das nach dem Mittag um 14 Uhr schliesst. Es ist eine traditionelle, so genannte Erststockbeiz, mit altem Holztäfer; die etwa vier Tische sind mit weissen Tischtüchern und Stoffservietten eingedeckt. Beim 2-Gang-Menü tauschen Sie sich aus, wie das gemeinsame Projekt fortgeschritten ist; sie sehen sich meistens beim Mittagessen, da sie räumlich getrennt arbeiten.

    Dann ist es schon 13:30, die meisten Gäste sind bereits gegangen, und ihr Tisch ist abgeräumt. Sie denken: Für einen Kaffee reicht die Zeit ja noch, und der kommt auch umgehend.
    Da nimmt ihr Kollege sein Notebook aus der Tasche, um Ihnen den aktuellen Stand der programmierten Applikation zu zeigen; dafür haben Sie sich Seite an Seite umgesetzt und Ihre angeregte, aber durchaus gedämpfte Unterhaltung setzt sich fort.
    Dann spüren Sie etwas – und blicken auf.
    Eine Dame steht vor Ihnen und legt, kaum hat sie den Blickkontakt, erbost los: UNERHÖRT sei es, in einem Restaurant – einem mit WEISSEN Stofftischdecken – einen Computer rauszuholen! Sie käme schliesslich hierher zum z‘Mittag, gerade um die Arbeitsumgebung zu verlassen und sie in der Mittagspause zu vergessen. Und wenn das hier noch öfter so praktiziert würde, käme sie nicht mehr in dieses Restaurant.

    Sie ahnen schon, die beiden Protagonisten, das waren ein junger Mitarbeiter und ich. Obwohl ich die Endlosschleifen-Einwände der Dame aufmerksam nickend und auch verbal anerkannte, konnte sie sich gar nicht beruhigen. Bei ihrem Abgang schleuderte sie uns noch entgegen, man würde im Restaurant ja auch keine Fussnägel schneiden.
    Nun, sie hatte ja Recht und ich gab ihr auch Recht. Trotzdem kam ich ins Weiterdenken und fragte mich: Wie schlimm war unser Benehmen eigentlich? Meine Online-Recherche nach Digitalen Anstandsregeln brachte nur Knigge-Regeln für die Smartphone-Nutzung in Restaurants zu Tage. Also frage ich Sie, geschätzte Leserinnen und Leser: Wie weit darf man auf weissen Tischdecken gehen? Ein papiernes Notizbuch zücken ist ja bestimmt o.k. Darf man ein Smartphone benutzen und sich z.B. Fotos zeigen? Läge auch noch drin, ein Tablet auf den Tisch zu legen – so eines bekommt man ja immerhin selbst in Nobelrestaurants als Speise- oder Weinkarte gereicht. Wäre es vielleicht anders rausgekommen, wenn das Notebook nicht schwarz, sondern silbern oder weiss gewesen wäre? Die Anstandsdebatte sei hiermit eröffnet!

  • Neues Gesicht am Lehrstuhl

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    Seit dem 1. März verstärkt Max Schacker als neuer Doktorand unseren Lehrstuhl. Max hat bereits seinen Bachelor und Master an der HSG gemacht und sich dabei insbesondere mit Entrepreneurship, digitalen Geschäftsmodellen und Design Thinking beschäftigt. Im vergangenen Jahr hat er in einer Beratung in Costa Rica und einem Startup in Kolumbien praktische Berufserfahrungen gesammelt. Er wird sich am IWI mit den Themenbereichen Agile Innovation, Agile Transformation und Innovation Accounting beschäftigen. Daneben wird er als Autor an der Gestaltung des Blogs und des Newsletters mitwirken und freut sich auf Ihre Kommentare und spannende Diskussionen.

  • Agil als Managementprinzip macht Karriere: Agile Methoden sind über Softwareentwicklung – wie mit SCRUM – hinaus anwendbar

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    In einem Vortrag vor KMU-Publikum erläuterte Prof. Dr. Andrea Back, was der Begriff „agil“ bedeutet und was nicht, und wie auch KMU sich an Agile-Innovation-Management-Methoden herantasten können. Als Fazit wird der „NextGen Innovation Funnel“ vorgestellt, der sich aus zwei aktuellen Studien des Forschungsteams ableitet. Dieses Modell wird als Nachfolger des traditionellen Innovationstrichtermodells zur Diskussion gestellt.

  • 3 essentielle Tipps für E-Book Newbies: Was sollten Sie beim Formatieren eines E-Books unbedingt beachten?

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    Früher ging ein Manuskript noch durch viele Hände: Zuerst durch die vom Verleger, dann zu denen der Layouterin und des Setzers, von dort aus zu den schwarzgefärbten Fingern des Druckers, um dann von der Buchbinderin und schliesslich vom Händler entgegengenommen zu werden. Heute dürfen wir Autorin, Layouter und Setzer zugleich sein und sogar die Publizistin spielen. Beim E-Publishing gehört zum Schreiben also auch das Inszenieren. Als frischgebackene „Intendantin“ von E-Texten, die an der Neuauflage eines E-Book mit den Kolumnen dieses Newsletters arbeitet, möchte ich hier meine ersten Learnings im Umgang mit dem Formatieren weitergeben:

    1. Die richtige Software darf kein Holzschuh sein
    Nachdem der Text für Ihre Publikation steht, gilt es eine passende E-Book-Software zu finden. Diese sollte es Ihnen ermöglichen, schnell das gewünschte Ziel – die gelungene Publikation – zu erreichen. Wählen Sie die falsche, werden Sie damit so viel Freude haben wie ein Jogger mit Holzschuhen. Ein guter Text muss mit dem Layout harmonieren. Ein gutes Programm muss Ihre Befehle verstehen und richtig umsetzen können. Widerstehen Sie der Versuchung, es gleich mit dem erstbesten und billigsten zu versuchen und recherchieren Sie gut.

    2. Jedes Auge und jedes Lesegerät sieht anders
    Leserinnen, die ein E-Book lesen, tun dies mit Hilfe unterschiedlicher Geräte: Smartphone (Android oder iPhone), Tablet, Laptop, E-Book-Reader etc. Je nach Grösse des Displays und den individuellen Einstellungen wird das E-Book unterschiedlich dargestellt. Bestimmen Sie daher das Layout so, dass Ihr Werk auch auf unterschiedlichen Displaygrössen blendend gut aussieht. Unter Anderem sollten Sie darauf achten, dass eingefügte Bilder nicht etwa irgendwo lose „herumschweben“, sondern an gewünschter Stelle des Bildschirmes erscheinen. Captions, also Bildbeschreibungen, sollten direkt am Bild angezeigt werden, und nicht zufällig auf die nächste Buchseite verschoben werden. Wichtig ist ausserdem, dass Sie das Buch in den gängigsten Dateiformaten für E-Books – EPUB, AZW, MOBI, PRC, PDF – zur Verfügung stellen, denn nicht jedes Lesegerät kann jedes Format lesen. Ausführlichere Informationen zum Thema E-Bookformate finden Sie hier.

    3. Dont’t be a lone rider
    Versuchen Sie nicht das Rad neu zu erfinden, sparen Sie Zeit und Anstrengung, indem Sie von den Erfahrungen anderer profitieren.
    Lassen Sie Text und Layout durch Bekannte, Freundinnen oder besser noch professionelle Lektoren prüfen – es wäre schade, wenn die harte Arbeit, die Sie in den Inhalt des Buches gesteckt haben, nicht verstanden oder durch ein hässliches Gewand entstellt wird.

    Unter den folgenden Links finden Sie weitere wertvolle (ausführliche) Tipps rund um die Publikation eines eigenen E-Book:
    21 Dumb Mistakes to Avoid When Writing Your First E-book
    Take pride in your eBook formatting

    Und nun sind Sie an der Reihe! Legen Sie los und erstellen Sie ihr erstes eigenes E-Book! Wenn Sie dabei auch etwas Wichtiges lernen, freue ich mich, wenn Sie Ihre Tipps im Kommentar für unsere Leserinnen und Leser hinterlassen.

    Autorin: Julia Hierlmeier

  • Buch „Lean Startup“: Zuhören und Dienen als Geschäftsprinzip

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    Viele, die aktuell BWL studieren, sehen sich als Startup-Jungunternehmer. In verschiedensten Kursen wird Eric Ries‘ Buch „The Lean Startup“ zitiert. Darin sind zeitgemässe Managementmethoden, frisch aus den Startup-Ökosystemen, beschrieben. Viele kennen den Titel und nutzen die coolen Begriffe „Smoke Test“, „MVP – Minimum Viable Product“, „Prototyp“ und „Experiment“. Aber man merkt der verbreiteten umgangssprachlichen Verwendung an, dass die Wenigsten das Buch gelesen und die Prinzipien wirklich verstanden haben. Die Lektüre ist lohnend! Allein das erste Drittel zu studieren macht Lust auf Selbstanwendung. Etliche Prinzipien bzw. Denkhaltungen kann man auch in der eigenen Arbeit in verschiedensten Projekten anwenden. Im Zentrum steht die Kundenzentrierung: Wenn man ein Geschäft aufbauen will, dann gilt es den Kunden zuzuhören und dienen zu wollen, und nicht vor allem dem eigenen Ehrgeiz zu folgen, sich mit Technologieeinsatz zu profilieren, was nun einmal in der Natur von Digital-Enthusiasten liegt.