Author Archives: Prof. Dr. Andrea Back

  • Wozu noch arbeiten? Vor uns liegt eine Kostenlos-Zukunft

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    In den Diskussionen um die Zukunft der Arbeit dominiert die Befürchtung, dass Roboter und Algorithmen uns die Jobs und damit das Arbeitseinkommen wegnehmen. Sehr erfrischend ist deshalb ein Argument, das die andere Seite dieser Entwicklung beleuchtet: Digitalisierung bringt Demonetization mit sich.

    Was wir zum Leben brauchen, wird immer günstiger, ja fast kostenlos, so dass wir in Zukunft auch viel weniger Geld für unseren Lebensunterhalt brauchen werden. Im Blogpost „Technology Will Erase Jobs – But Also Make Everything Cheap Or Free“ wird dies anhand unserer Ausgabenkategorien wie Wohnen, Gesundheit, Energie und Bildung veranschaulicht. Schon heute ist das Smartphone ein gutes Beispiel dafür: Es ersetzt für viele Geräte, z.B. Kamera, Fernseher, Musikspieler etc., für die man vor 20 Jahren Tausende Franken oder Euro bezahlen musste. Diese Überlegungen kann man sich auch als Vortrag “Demonetizing Everything – A Post Capitalism World (30 Minuten) von Peter Diamadis anhören.

    Bildquelle: Screenshot aus www.youtube.com

  • Buch Homo Deus – in was für einer Zukunft wollen wir leben?

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    An den Tagen zwischen den Jahren denken viele über die Zukunft nach. Wer gerne ein Buch lesen möchte, das reflektiert, wo es mit uns Menschen und den Algorithmen hingehen könnte, dem empfehle ich “Homo Deus – Eine Geschichte von Morgen” (Y.N. Harari).
    Wer nur 5 Minuten bebilderte Lesezeit investieren möchte, kann sich die Pecha-Kucha-Präsentation ansehen, die eine meiner Studierenden zum Buch gestaltet hat (Text in Englisch).

  • Coding spielend entdecken – für Kinder

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    Die nächsten drei Jahre darf ich an einem Projekt “Technologie + Kreativität” mitwirken, in dem ich den Lead habe, Kinder mit Programmierung bzw. Coding vertraut zu machen. Fast wie die Inno Labs von Unternehmen ist das Smartfeld – wie es heissen wird – räumlich und strukturell aus dem regulären Schulbetrieb herausgelöst, was uns Spielräume für andersartige Herangehensweisen gibt. Aber warum sollten alle Kinder Programmieren verstehen lernen? Mein Leitgedanke dazu ist: Nicht vor allem, um den Beruf Programmierer/in zu ergreifen, sondern um für Probleme digitale Lösungsmöglichkeiten sehen zu können. Das passt in eine Lebenswelt, in der Computer in fast allen Dingen stecken werden und schon heute allgegenwärtig sind. Auch mit digitalen Mittel kann man kreativ sein und Neues gestalten. Wer heute Programmieren lernt, könnte von sich sagen: “Ich mache einen Lehrgang für Digitale Gestaltung”, oder – analog zu dem Begriff Kulturschaffende – ich möchte einmal zu den Digitalschaffenden gehören.  

    Sehr erfreut war ich, das Interview “The Future of Coding in Schools” mit Mitch Resnik, einem Mitentwickler von Scratch (Programmiersprache) zu lesen. Es hat mir geholfen, diesen Leitgedanken in Worte und Konzepte zu fassen.


    Unser Team ist in der Entwicklungsphase: Kürzlich haben wir einen Minimum Viable Event von 2:30 Std. mit 15 Kindern im Alter von 8-12 Jahren durchgeführt. Das kreative Projekt war, einem kleinen fahrenden Roboter das Zeichnen beizubringen und gemeinsam damit ein Bild zu gestalten. Im ersten Teil wurden spielerisch Coding-Kenntnisse erworben (wir wählten dafür CodeCombat).

    Dieser Projektansatz hat grundsätzlich gut funktioniert – jedenfalls kamen alle Kids enthusiastisch und haben beim Abholen durch die Eltern auch begeistert erzählt. Das Foto oben mit einem Ergebnis zeigt: Das Projektziel wurde erreicht. Jetzt geht es für uns an den Feinschliff für den nächsten Test-Event, bevor wir im Sommer damit “live” gehen. (SRF Radio Ostschweiz Beitrag dazu: www.srf.ch/news/regional/ostschweiz/digitale-welt-codieren-ein-kinderspiel).

  • Garagisten und die Digitale Transformation

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    Über Trends und Geschäftsmodelle in der Mobilitätsindustrie wird viel geschrieben. Nur: Mit der Rolle des Garagisten (Autowerkstätten und Autohäuser) als Teilnehmer des zukünftigen Mobilitäts-Ökosystems beschäftigt sich kaum jemand. Ich habe die Herausforderung angenommen und mich für einen Vortrag am “Tag der Schweizer Garagisten 2018” damit beschäftigt. Einige Gedanken dazu bereits vorab im Interview, das der Auto Gewerbe Verband Schweiz mit mir geführt hat: http://www.agvs-upsa.ch/de/news/der-markt-fuer-mobilitaetsdienstleistungen-wird-sicher-wachsen 

    Bildquelle: www.agvs-upsa.ch

  • Lernen selbst in die Hand nehmen – angefangen mit Lesen, Schreiben und Rechnen

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    Ist es nicht ein visionäres Unterfangen: Software zu entwickeln, mit der Kinder ihr Lernen selbst in die Hand nehmen und sich Lesen, Schreiben und Rechnen eigenhändig beibringen! Nichts weniger will der Global Learning XPRIZE. Die 5 Finalisten stehen inzwischen fest: https://learning.xprize.org/teams  und können mit je 1 Million Dollar ihre Arbeit vorantreiben. Nur mit Wirkungsnachweis ist das Preisgeld von 15 Millionen zu gewinnen. Die Motivationen und die Aufbruchstimmung, verbunden mit Impressionen aus der Feldarbeit der Finalisten-Teams hier im XPRIZE-Videosind ergreifend. Man kann allen nur den Durchbruch wünschen, damit es in einigen Jahren rückblickend heisst: “This is when learning changed” (Min. 2:41).

  • Kolumne: Eine Klasse von über 400 Primarschulkindern unterrichten – ist das ein Guinness World Record?

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    Dez. 2016: In meiner eMail findet sich die Anfrage, ob ich nächsten Herbst einen Vortrag zur www.kinderuni.unisg.ch beitragen würde. Hunderte Primarschulkinder im Audimax unserer Uni! Am liebsten hätte ich mich hinter meinem Bildschirm versteckt und gerufen: Freiwillige – andere- vor! Denn das ist eine didaktische Herausforderung wie ich sie noch nie hatte. Nein sagen? Das ging einfach nicht. Und so fasste ich mir ein Herz, bat um Bedenkzeit für das Thema und schwor mir OK, einmal und nie wieder!

    3. Jan. 2017: Man will das Thema von mir wissen. Nur welches meiner Wirtschaftsinformatik-Themen lässt sich kindgerecht für einen 45-minütigen Vortrag aufbereiten? Mobile Geschäftsanwendungen, Organisationale Reife für Digitale Transformation, Work Design oder gar Text Analytics. Welche Ideen hätten Sie denn dazu? Ich nehme mir noch mehr Zeit zu überlegen.

    10. Jan. 2017: Ich habs! Im Wissen, dass ich im Frühjahr für einen Forschungsaufenthalt ins Silicon Valley gehe, denke ich: Du machst eine Art Reisebericht zu Google und Konsorten mit vielen Bildern (das hat auch geklappt, siehe Foto). Und so stand der Titel fest: Wer hatte die Idee für Google und Facebook? Könnte auch ich eine Firma gründen?

    22. Nov. 2017: Anmeldestand fast 450 Kinder, und heute ist es soweit. Während ich mich im Audimax einrichte, werden die eintreffenden Kinder von Aufsichten vor den geschlossenen Audimax-Türen zurückgehalten. Auf mein Zeichen “Es kann losgehen”, stürmte die Menge hinein wie hungrige Löwen in die Arena, um einen Platz zu ergattern. Das war ein emotionaler Moment, sage ich Ihnen! So fühlten sich vermutlich die Kämpfer bei den Tierhetzen im antiken Rom. Ich hatte meinen Auftritt als Didaktik-Dompteuse in der Kinderuni-Arena, bereit den wilden Feind aller Dozierenden, die kurze Aufmerksamkeitsspanne, zu besiegen. Fragen, Videos und Fotos für dauernde Abwechslung und Aktivierung –  klar, aber das reicht doch nicht. Deshalb eine Frage an Sie: Was alles fällt Ihnen dazu ein? (Meine Nachfolger/innen nehmen das sicher dankbar auf.)

    22. Nov, der Vortrag: Wer sich die Vortragsfolien auf Slideshare anschaut, sieht wie es gelaufen ist – es hat funktioniert. Die Schneemensch-Erzählerfigur lag übrigens in Schoggi auf jedem Platz; die  meisten hatten sie schon verspeist, bevor sie überhaupt ihren ersten Auftritt auf den Vortragsfolien hatte. Als ich nach ein paar Minuten merkte, wie die Kinder mitschrieben, eifrig aufzeigten und gebannt der Projektion folgten, fühlte ich mich wie eine Musik-Band, wenn das Publikum mitgeht: Flow! Da kam Lust auf, “ewig” damit weiter zu machen. Aber es muss ja Mal Ende sein; auch mit dieser Kolumne.

    Nov., nach dem Vortrag: Zum Schluss deshalb noch zwei weitere emotionale Momente, die mir immer in Erinnerung bleiben werden. Zum einen: Am Ende des Vortrags kamen Kinder nach vorne, ein Autogramm von mir abzuholen – viele Mädels übrigens (Wow – für mich das erste Mal).

    Zum anderen: Fast alle Kinder hatten das Quiz zum Vortrag abgegeben. Unter den richtig ausgefüllten haben wir 10 ausgelost und als Gewinn mit Schoggi gefüllte Päckli zugeschickt. Ein Mädchen hat mit einem Dankebrief und Gegengeschenk geantwortet. Darin steht: “Ich fand es sehr spannend. Hoffentlich kann ich einmal zu Ihnen studieren kommen.” Was will man mehr!  So bleibt mir als Schlusssatz nur noch zu schreiben: Sag niemals, nie (mehr)!

  • JIM-Studie 2017 zum Medienumgang von Jugendlichen

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    Nachdem sich Ältere heutzutage gerne an der Jugend orientieren, ist es immer wieder interessant zu wissen, wie Digital Innates sich in der Digitalen Welt bewegen. Die aktuelle JIM-Studie zum Medienumgang von 12- bis 19-Jährigen in Deutschland gibt Aufschluss und vielleicht auch Impulse für die Generation 50+.

    Bildquelle: www.mpfs.de

  • Mehr Freiheit ohne Internet

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    Unsere Smartphones sind ein Suchtfaktor, mehr oder weniger gilt das für alle. Gerade zum Jahresende nehmen sich viele vor, zumindest von den Auswüchsen loszukommen. Damit das leichter gelingt, gibt es Apps. Ja, kein Widerspruch! Schauen Sie selbst.

    In Forest: Stay focused kann man virtuelle Bäume pflanzen, die nach einer bestimmten Zeit, z.B. 30 Minuten, ausgewachsen sind. Schafft man es, währenddessen vorher festgelegte Webdienste – wie Facebook oder Youtube – nicht zu besuchen, lebt der Baum, sonst verliert man ihn. Noch radikaler geht es mit Freedom; damit lässt sich bis zu 8 Stunden und regelmässig das ganze Internet blockieren. Das Smartphone wird so wieder zum simplen Telefon. Ähnlich ist Offtime. Mit der Analyse der eigenen Telefonnutzung könnte man ja mal anfangen. Wer seine Gewohnheiten erst mal vor Augen hat, erschrickt vermutlich und bekommt Lust auf mehr mediale Selbstbestimmung.

  • Roboter Pepper als Unterrichtsassistent

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    Die Vorlesungszeit neigt sich dem Ende zu, und wieder habe ich etliche nette Mails an Studierende geschrieben, die eigentlich nur FAQs beantworten. Sie haben ja keine Scheu mehr, spontan und direkt dem Professor zu schreiben. Aber muss das sein?

    An der Uni Marburg ist Professor Handke, 63 Jahre, da schon viel weiter. Er lässt sich von einem humanoiden Roboter, Modell Pepper, helfen. Er setzt ihn im Rahmen seiner Inverted-Classroom-Herangehensweise in Lehrveranstaltungen mit vielen Studierenden ein. Wie das genau geht und was Studierende davon halten kann man im FAZ-Artikel “Ist das der Professor von morgen?” (mit sehenswertem 3-Min-Video) nachlesen.

    Bildquelle: Von © Xavier Caré / Wikimedia Commons, CC-BY-SA 4.0

  • Khan Lab School – Im Silicon Valley wird Schule neu erfunden (Interview Teil 4 von 4)

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    Dass Online-Shops Ladengeschäfte aufmachen, sie aber ganz anders als traditionell gestalten, das kennt man inzwischen. Wenn aber ein reiner Online-Lerndienstleister wie die Khan Academy eine Präsenzschule gründet, lässt das aufhorchen: Welche Schultraditionen werden über Bord geworfen? Was wird – von digitalem Grund auf – völlig neu gedacht und gemacht? Erfahren Sie dies in einer 4-teiligen Serie von kurzen Interviewsequenzen direkt von Dominic Liechti, dem Direktor der Khan Lab School, Mountain View (in deutscher Sprache):

    (Teil 4 von 4 – 6:11 min) Was soll Schule überhaupt noch unterrichten, nachdem uns in Zukunft durch Artifical Intelligence die Maschinen viel Arbeit abnehmen werden? Und wenn Jugendliche vom Kindergarten bis zur Matura (Abitur) so andersartig lernsozialisiert sind, bleibt da noch etwas für die Universitäten zu tun – oder übernehmen ohnehin direkt die Betriebe diese Jugendlichen ins lebenslange Lernen? Hochschulen werden sich wohl auf diese Klientel neu ausrichten müssen. Und zum Abschluss noch einige Gedanken für die Schweizer Bildungspolitik.