Author Archives: Prof. Dr. Andrea Back

  • Mein Interview: Neue Jobprofile wird es längst geben, bevor sie einen Namen haben

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    Für die Swiss Learning Innovations Conference habe ich kürzlich ein Interview zum Thema „Kompetenzen der Zukunft“ gegeben. Darin geht es um Wege, die eigene „Employability“ zu fördern, um zukünftige Jobprofile und um neue Formen des Lernens, die Unternehmen anbieten sollten, damit sie für qualifizierte Arbeitnehmer attraktiv bleiben.

    Das vollständige Interview finden Sie hier.

  • Meet-up-Spirit für effektive Meetings

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    Eine Leseempfehlung, nicht nur weil das Buch mit dem GetAbstract International Book Award 2018 ausgezeichnet wurde. Viele Arbeiten aus dem Team von Kollegen Prof. Dr. M. Eppler sind lehrreich, praktisch umsetzbar und sehr wirkungsvoll. So auch wieder das jüngste Buch „MEET UP – Einfach bessere Besprechungen durch Nudging“. Die Lektüre hat die Runderneuerung des Konzepts für das jährliche Lehrstuhl-Teammeeting ausgelöst – hin zu einem Meet-up-Design. Auf der das Buch ergänzenden Site www.meetupbuch.de erhält man einen Eindruck von den Werkzeugen, die helfen, eine effektive Meeting-Kultur zu etablieren: Und unter „Mitmachen“ bitte auch die eigenen Tipps&Tricks teilen.

  • Vier Zukunftsbilder für die Arbeitswelt 2030

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    Wie in zehn Jahren die Arbeitswelt aussehen wird, das kann keiner mit Gewissheit voraussagen. So ehrlich ist auch die PWC-Studie „Workforce of the future – The competing forces shaping 2030“. Ausgehend von den gesellschaftlichen und technischen Megatrends entwerfen die Analysten deshalb Szenarien für vier mögliche Arbeitswelten, die sehr viel Denkstoff beinhalten: Zu jedem Szenario werden die Fragen beantwortet „Wie sieht das Arbeitsleben aus?/ What does the workforce look like“ und „Was bedeutet es für die Mitarbeiter? /What does it mean for workers?“. Die Szenarien führen uns zudem vor Augen, dass wir nicht nur Betroffene sind, sondern auch zu Mitverantwortung und Mitgestaltung über Politik und öffentliche Meinung aufgerufen sind. Die Szenarien sind Ausprägungen nach den beiden Gegensatzpaaren: Business fragmentation – Corporate integration und Collectivism – Individualism, und beschreiben damit eigentlich nicht nur die Arbeitswelt, sondern überhaupt die Wirtschaftswelt:

    • Humans come first
    • Innovation rules
    • Companies care
    • Corporate is king

     

    Von den Empfehlungen an Führungskräfte (S. 5: The messages for leaders) gibt zu denken, dass ein Drittel der Mitarbeitenden wegen der Automatisierung besorgt in die Zukunft ihrer Arbeit blicken. Das sind keine guten Voraussetzungen, um den Weg der digitalen Transformation zu bewältigen. Umso wichtiger ist es, dass die Führung eine Vertrauen schaffende Vorstellung des Unternehmenswegs entwickelt und vermitteln kann. Kurz und gut gesagt ist in der Zusammenfassung die Botschaft: Protect people, not jobs.

  • Kolumne: Wenn Entscheidungsschwäche zum Produkt-Feature wird

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    In Online-Buchungsplattformen von Hotels bzw. anderen Unterkünften fällt mir in letzter Zeit auf, dass die Last-Minute-Stornierung als tolles Produkt-Feature angepriesen wird. Moment mal? Warum soll das gut sein? Für die Anbieter doch sicher nicht. Diese Ungewissheit, ob man seine Zimmer nun belegt hat oder nicht, ist doch stressig.

    Warum also tun sie das – oder vielmehr warum tun wir Konsumenten das, uns nur pseudomässig entscheiden, statt uns auf eine bestimmte Wahl festzulegen? Immerhin verbringt man ja einige Zeit im Web, um verschiedene Angebote anzusehen und dann eines für die Ferien oder einen Städtetrip am Wochenende auszuwählen. Ich bin jeweils immer froh, wenn das erledigt ist; wieder ein To-do weniger!

    Wozu das Ganze nochmal von vorne anfangen? Es muss aber Leute geben, die das anders sehen. Ich habe deshalb mal bei Bekannten herumgefragt, ob sie ihre Buchungen wieder stornieren. Und JA, sie tun es. Leute, von denen ich dachte, Zeit wäre ihnen das kostbarste Gut. Menschen buchen also ein Hotel lange im Voraus, damit sie eines auf sicher haben. Dann schauen sie später, ob es noch was Besseres gibt, stornieren und buchen woanders – dies vielleicht sogar in mehreren Runden. Kann mir das jemand erklären? Ist das Entscheidungsschwäche? Dabei ist es doch so erleichternd, eine Wahl getroffen zu haben, weil man sich dann gar nicht mehr mit den vielen anderen Optionen befassen muss; dieses nagende Gefühl, noch etwas Besseres finden zu müssen, ist man los.

    Aber was ist psychologisch stärker, das viele zur Umentscheidung im letzten Moment treibt, obwohl das doch erhebliche „Gedanken- und Zeitkosten“ mit sich bringt? Und wie wirkt das eigentlich auf das ganze System? Leute buchen dann doch mehrere Hotels, um sie später wieder abzuwählen. D.h. wenn ich was buchen will, sieht vieles belegt aus, ist es am Ende aber gar nicht. Können die Häuser dann höhere Preise verlangen, weil sie voll aussehen? Müssen dann nicht in letzter Minute Zimmer zu Sonderpreisen verschleudert werden? Wer ist bei diesem Spiel der Gewinner? Ich vermute mal die Plattformen; so wie im Casino die „Bank“. Selbst wenn man diesen das Geschäft gönnt, so sollte man sich doch fragen, was dieses Gefühl, in letzter Minute hoffentlich noch ein „Schnäppchen“ gemacht zu haben, uns persönlich kostet: Mehr Transaktionen mit mehr E-Mails und Zeit am Rechner, weniger Vorfreude, der Stress, das „Beste“ finden zu müssen, und das ungute Gefühl, am Ende doch irgendwie ausgetrickst worden zu sein.

    Die scheinbare Leichtigkeit des Unverbindlichen hat auch Schattenseiten. Also ich bleibe da erst mal Old-School, bis mir jemand hilft zu kapieren, warum das gut sein soll.

    Bildquelle: bztraining, www.flickr.com/photos/bztraining/25034477533/in/dateposted
  • Mein Neinsag Freund und Helfer

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    Man muss auch mal Nein sagen. So betitelte die FAZ kürzlich (6.10., Rubrik Beruf&Chance) einen Artikel, in dem es um die besonders kollegialen Kolleginnen und Kollegen geht, die sich mit dem Neinsagen schwertun, wenn sie für eine Aufgabe oder ein Projekt angefragt werden. Die Autorin Kals beruft sich darin auf eine Emnid-Studie, in der 81 Prozent der Befragten angaben, ja zu sagen, wenn jemand sie um etwas bittet, obwohl sie sich hinterher ärgern.

    Nun gibt es ja für alle Lebenslagen ein digitales Helferlein. Wenn Sie sich auch zu dieser Mehrheit zählen, antworten Sie doch bei der nächsten Anfrage, dass Sie so etwas neuerdings immer mit Ihrem digitalen AI (Artificial Intelligence)-Assistenten abstimmen. Hier ist er oder sie: http://shouldidoit.glitch.me/index.html. (Der guten Ordnung halber sei gesagt, dass das kein KI-Algorithmus ist, sondern ganz simpel regelbasiert, aber in solchen Fällen soll es erlaubt sein, etwas dick aufzutragen).

  • Kolumne: Unsere Abwesenheitsmeldungen im eMail sagen mehr als Out-of-Office

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    Wann haben Sie das letzte Mal Ihre eMail-Abwesenheitsmeldung neu formuliert? Ich bei meinen letzten Ferien im Sommer. Sie lautete so: „Per default offline-time“, mit dem Nachsatz „Ab 15. September werde ich meine E-Mail-Inbox wieder regelmässig bearbeiten. Am Lehrstuhl ist mein Sekretariat telefonisch für Dringendes erreichbar“. Erstmals erhielt ich darauf eine persönliche Rückmeldung. Eine Kollegin schrieb mir: „Sehr coole Meldung – brauche ich auch!“. Sie ist wohl nicht die einzige, die sich darüber Gedanken macht, wie die eigene Out-of-Office-Notiz lauten soll, Es finden sich dazu auch zahlreiche Beiträge im Netz. Z.B. sinniert dieser Artikel von The Atlantic  „The Most Honest Out-of-Office Message“ über einige besondere Exemplare. Darunter ist auch die Variante mit der Ankündigung, dass alle Maileingänge während der Urlaubszeit gelöscht werden. Das ist ganz schön radikal! Aber auch ich habe schon solche Rückmeldungen bekommen, mit der Bitte, dass ich meine Nachricht nach dem Ferienende nochmal senden soll.

    Wie fühlt man sich da? Also ich reagierte ziemlich sauer, weil das zwar ein toller Filter für den Empfänger ist, aber auf Kosten meiner Zeit geht. Als sich diese emotionale Erstreaktion beruhigte, konnte ich dem Befreiungsschlag auch Positives abgewinnen. Also sich fügen – nur will man mit seinen E-Mails die To-dos ja auch erledigt und aus dem Kopf haben. In Mailprogrammen gibt es die Funktion, sie zeitverzögert zu senden. Wer das ausprobiert, dem geht es vermutlich wie mir: Es ist in Outlook ziemlich versteckt, und dann traut man der Sache nicht so ganz – wohl zurecht, wie man hier lesen kann: Wie man eine E-Mail zeitversetzt versendet. Da müssen noch User-Experience-Designer Hand anlegen, bevor man geneigt ist, diese Funktion zu nutzen.

    Aber zurück zum Feedback „brauche ich auch!“  von meiner Kollegin. Damit meint sie bestimmt nicht, dass sie so eine Meldung braucht, sondern dass sie sich in den Ferien gerne auch „offline“ verhalten würde; sprich der Selbstkundgabe-Gehalt ist ein anderer als die Sachaussage. Das lehrt uns ja das Vier-Ohren-Kommunikationsmodell von Schulz von Thun. Dieses eignet sich auch hervorragend, wenn man seine Out-of-Office-Meldung sehr überlegt formulieren will: Fragen Sie sich, was in Ihrer automatischen Mail-Antwort drin stecken sollte, und was nicht hinsichtlich: Sachaussage – Selbstkundgabe – Beziehungsaspekt und Appell. Ich bin überzeugt, dann kommt eine Neuformulierung heraus. Teilen Sie uns Ihre doch gerne in der Kommentarfunktion mit, und dann natürlich schöne Ferientage!

  • Triple Overload: Immer hochgradig beschäftigt

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    Warum sind wir immer so beschäftigt? Das Whitepaper „Dreifache Überlastung und was du dagegen tun kannst“ von Evernote Schweiz hinterfragt dieses verbreitete Leidensgefühl. Dieses wird gespeist von Daten-, Kommunikations- und kognitiver Überlastung. Lesenswert besonders wegen der vielen konkreten Tipps, wie man die Kontrolle über seinen Arbeitstag zurückgewinnen kann. Und keine Sorge, es geht keinesfalls um neue „coole“ Tools, eher um einfache, kleine neue Gewohnheiten.

    Bildquelle: https://twitter.com/ijukes/status/689549206088880128
  • Wie Videoüberwachung einen neuen Make-up-Stil hervorbringt

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    Die Algorithmen zur Gesichtserkennung werden immer besser und die Dichte von Videokameras, die uns erfassen, immer grösser. Wenn man im kassen- und scannerlosen Supermarkt Amazon Go einkaufen will, kommt man nicht umhin, dass zig Kameras schauen, welches Produkt man aus dem Regal genommen hat, und die vermutlich auch erkennen könn(t)en, wer man ist. Dass dies auch im öffentlichen Raum technisch möglich ist und sich ausbreitet, gefällt nicht jedem.

    Ohne sein Gesicht verhüllen zu müssen, gibt es ansprechende, ja sogar regelrecht modische Möglichkeiten, den Algorithmen ein Schnippchen zu schlagen und unerkannt zu bleiben. Im Look Book des CV-Dazzle-Projekts können Sie sich Anregungen und Styling Tipps holen – auch für Männer. Wenn das zum weltweiten Trend wird, so wie z.B. die löchrigen Jeans, dann darf sich die Kosmetik- und Coiffeurbranche auf einen rechten Wachstumsschub freuen.

    Bildquelle: www.galaxus.ch/de/page/schminke-gegen-kamera-wie-du-elektronisch-unsichtbar-wirst-8626
  • Kolumne: Meine Aufmerksamkeit gehört mir

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    Neulich beim Grillabend habe ich eine Unterhaltung von Jugendlichen mitbekommen. Sie nutzen die Snapchat App für Instant Messaging und es ging darum, wie sie ihr/e „Flämmchen“ behalten. Dafür muss man wohl jeden Tag, wirklich ausnahmslos JEDEN, mindestens eine Nachricht senden – irgendwas – um diesen Status nicht zu verlieren. Von „Müssen“ war aber nichts zu spüren, ich hörte nur spielerische Begeisterung heraus. Verstehen Sie das?

    Mein erster Impuls jedenfalls war Abwehr. Was ??! Da schafft es so ein simples Feature, dass jemand – gar schon beim Aufwachen – daran denkt, dass das ganz oben auf der Tages-To-do-Liste steht. Das ist doch, als würde meine Aufmerksamkeit ge-kidnappt! Unversehens wird so etwas zur Gewohnheit.

    Auf den Kolumnentitel bin ich gekommen, weil ich an das neueste Buch meiner Uni-Kollegin Miriam Meckel denken musste, das „Mein Kopf gehört mir“ heisst. Sie schreibt über das Brainhacking, d.h. das Manipulieren unseres Gehirns. Mit Drogen hat der Mensch das ja schon immer gern gemacht, und man kann das in Zukunft durch Hirnleistungsdrogen und Computerchip-Implantate noch weitertreiben. Während es im positiven Sinne die Seite des selbstbestimmten Hirn-Tunings geben wird, was z.B. die Cyborgs vormachen, gibt es auch die negative Seite, wo sich damit Tür und Tor für Fremdmanipulationen öffnen. Wir müssen aber gar nicht auf physische Mensch-Maschine-Schnittstellen warten, denn Vorboten der Entwicklung, dass wir allein durch psychologische Tricks die Hoheit über unser Hirn und Denken verlieren, sind schon allgegenwärtig.

    Was ich damit meine? Ähnliches wie beim Ohrwurm, also Musik im Kopf, die sich willentlich kaum abschalten lässt, was wir aber immerhin als lästig empfinden. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass gedruckte Werbeplakate immer mehr durch Bildschirme mit Bewegtbild ersetzt werden? Ist das nicht auch lästig? Es ist nämlich sehr schwer, da bewusst nicht mehr hinzuschauen. Besonders manipulativ fand ich das an einem Flughafen, wo es an den Gepäckbändern vor lauter geschickt platzierten Bildschirmen gar keine Möglichkeit gab, mit dem Blick auszuweichen, da man ja seinen Koffer erspähen will. Ähnlich geht es mir mit den vielen Gutscheinen, die man beim Einkaufen bekommt. Wenn man sie aufhebt, krallen sie sich im Denken fest wie eine Zecke, denn man muss immer wieder dran denken, weil man ja nicht verpassen will, sie einzulösen. Das baut auf unsere Veranlagung, die es uns viel schwerer erscheinen lässt, etwas zu verlieren, das wir zu haben glauben, als etwas dazu zu bekommen. Wenigstens kann ich solche Coupons ablehnen oder gleich löschen bzw. wegwerfen, um mich dem zu entziehen. Die digitalen Möglichkeiten werden es aber immer schwerer machen, dem „Meine Aufmerksamkeit gehört mir“ zu folgen. Aber vielleicht wollen die meisten das gar nicht negativ sehen – so wie die Jugendlichen bei Snapchat eher ihren kreativen Spieltrieb herausgefordert sahen?

    Foto: Fabio Berti, Dreamstime.com

  • Digital Natives – eine Legende

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    Was Tobias Zimmermann im Blog unter seiner Rubrik „Urban Legends“ schreibt, könnte man auch nennen: Was Sie schon immer über Digital Natives wissen wollten. In seinem Beitrag erfahren Sie, dass es die Digital Natives gar nicht gibt, zumindest nicht, was sich dazu in den Köpfen vieler Bildungsverantwortlicher festgesetzt hat.

    Foto: Universität St.Gallen, Hannes Thalmann