10% happier: Meditation für Skeptiker

Sucht man im AppStore nach dem Begriff „Meditation“, bekommt man hunderte Treffer. Im sogenannten „Self-Care und Mindfullness“ Sektor tümmelt sich eine Vielzahl von Apps mit zahlreichen Features und noch zahlreicheren Versprechen. Von weniger Stress über eine höhere Grundzufriedenheit bis hin zum längeren Leben wird einem so ziemlich alles versprochen. Als Skeptiker gegenüber übertriebener Spiritualität und „esoterischen“ Praktiken wie Meditation waren mir diese Apps immer suspekt. Eine App hat mich allerdings neugierig gemacht. Mit dem Slogan „Meditation für Skeptiker“ wirbt die App „10% happier“ dafür, der Meditation eine Chance zu geben.

Die Story hinter der App ist interessant und irgendwie überzeugend (selbst wenn sich nur teilweise überprüfen lässt, ob sie wirklich war oder hauptsächlich zu Marketingzwecken inszeniert ist): Nach einer Panikattacke bei einer Liveschaltung im nationalen Fernsehen im Jahr 2004 machte sich der Journalist und spätere Gründer der App, Dan Harris, auf eine Reise der Selbstfindung. Durch Gespräche mit Pastoren, Gurus, Neurologen und Psychologen fand er schliesslich zur Meditation, die es ihm ermöglichte, die Stimmen in seinem Kopf zu kontrollieren. Die Erfahrungen, die er auf dieser Reise sammelte, sind nicht nur in seinem Buch „10% happier“, sondern auch in der gleichnamigen App verarbeitet. Dort führen Videos und Audioaufnahmen einiger der weltbesten Coaches den Nutzenden ein in die Kunst der Meditation. Der Name ist dabei einerseits ironisch gemeint, andererseits aber auch nicht: in erster Linie geht es darum, sich von den absurden Versprechungen anderer Apps abzugrenzen und eine „no-bullshit“ Variante anzubieten. Gleichzeitig ist das Ziel durch Meditation 10% glücklicher zu werden durchaus realistisch.

Seit einigen Tagen experimentiere ich nun also mit der App und habe schon einige „Mindfullness-Minuten“ gesammelt. Für ein abschliessendes Fazit ist es wohl noch zu früh. In jedem Fall aber finde ich die App ein interessantes Beispiel dafür, wie das Smartphone einmal nicht zum Auslöser von Stress, sondern zu dessen Gegenspieler werden kann.


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