Kolumne: Unterrichten – Kochen – Shoppen. FLIPPED geht alles besser

Von Flipped Classroom bzw. Flipped Teaching haben Sie bestimmt schon gehört. Die übliche Reihenfolge, erst Stoffvermittlung – dann Hausaufgaben, wird dabei vertauscht. Dozenten machen den Einstieg also nicht mit einer „Vorlesung“. Man trifft sich, um den zu Hause – z.B. via MOOC – eigenständig erarbeiteten Stoff vertieft zu diskutieren und anzuwenden.

 

Trends sind ja oft Zeitgeist, und nicht einzelne Vorkommnisse. In letzter Zeit hatte ich nämlich den Eindruck, dass FLIPPED als Prinzip auch in anderen Lebensbereichen gilt und mir zur Handlungsmaxime werden sollte.

 

Beim Kochen probiere ich immer gerne mal etwas Neues aus. Cannelloni hatte ich noch nie gemacht. Bis zum Schritt des Füllens der Cannelloni lief alles prima. Dann scheiterte ich jedoch mit zwei Arbeitspraktiken. Die Hackfleischmasse mit dem Teelöffel reinstopfen, erwies sich als langwierig und ausschussträchtig. Die Alternative mit Spritzbeutel produzierte viel Geschirr zum Spülen, funktionierte aber auch nicht; die Füllung war zu dick und blieb stecken. Dann der rettende Gedanke: Youtube weiss doch alles! Und siehe da, 3 Sekunden dieses Videos mit dem Trick „Cannelloni füllen“, reichten und das Problem war gelöst.

Die Lehre aus der Geschichte? FLIP it – Lieber gleich Youtooglen, nicht erst nachschlagen, wenn man nicht weiter kommt.

 

Dann noch diese Erfahrung. Nach meinem Seminartag, wie man Video-Abstracts zu seinem Forschungsprojekt, ohne aufwendige Ausrüstung nur mit Smartphone, erstellt, war ich bereit, mir ein Handy-Stativ zu kaufen. Ich zog Ladengeschäfte dem Online-Shopping vor, damit es auch wirklich passte. Das Ergebnis war ein ausgedehnter Stadtspaziergang: Migros Electronics, Interdiscount, Mobile Zone, Swisscom Shop. Alle hatten zwar Selfie-Stäbe, aber kein Smartphone-Stativ. Also doch Webshops, aber da war das Angebot erschlagend. Das führt bei vielen zu Kaufabstinenz. Aus der Sackgasse half mir auch da ein Klick auf „Filme suchen“ weiter. Dass man sich das mit einem vorhandenen Stativ selber basteln kann, auf die Idee wäre ich gar nicht gekommen. Im Schubladen-Gerümpel fand sich ein Stück Muster-Parkett, und das ist jetzt mein Smartphone-Adapter, siehe Foto. Es funktioniert prima, bin vor Freude fast ausgeflipped.

 

Mein Fazit: How-to-Videos sollte man im FLIPPED-Teaching-Modus nutzen: Nicht erst Nachschlagen, wenn man in Problemen feststeckt, sondern vorm Loslegen aufschlauen und gleich umsetzen. Haben Sie nicht auch selbsterlebte Beispiele dafür?


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