Kolumne: Leseempfehlungen für nachdenkliche Sommerstunden

Kurz vor den Sommerferien bringen Zeitungen Empfehlungen für die Urlaubslektüre, so auch diese Kolumne. Wer etwas rein Unterhaltsames sucht, braucht nur den letzten Absatz lesen; am Anfang die zwei Blogbeiträge und das Buch sind etwas zum Sinnieren, denn wann – ausser in diesen Wochen – hat man Zeit für tiefgründige Nachdenklichkeit?

Wie in den letzten beiden Kolumnen zu lesen, hat meine Studienreise ins Silicon Valley viele Themen aufgeworfen. In meinem Reisebericht  zeige ich betörende, aber auch verstörende Eindrücke.

1. Betörend erlebt habe ich die Faszination der grossen Ideen, der sogenannten Moonshots, und des allgegenwärtigen Ehrgeizes, Innovationen mit der Aussicht auf exponentielles Wachstum hervorzubringen. Gut gibt es als Gegenpol diesen Blogpost, der die dunkle Seite dieser Mantras ans Licht bringt und einem bremst, zum unreflektiert gläubigen Jünger zu werden.

2. Derselbe Autor hat Ende Mai in seinem Blog-Beitrag Trickle-down workaholism in startups Erklärungen gefunden, warum so viele Startup-Engagierte ungesund arbeitswütig werden. Da fühlte ich mich auch „ertappt“, denn die Arbeitsgewohnheiten in Silicon Valley wirken ansteckend, auch wenn man das an sich gar nicht so mitmachen will. Seine Überlegungen helfen vielleicht, sich da noch rechtzeitig herauszuwinden.

3. Von mehreren Seiten wurde mir schon das Buch „Homo Deus“ empfohlen, das ein bekannter israelischer sogenannter Universalhistoriker geschrieben hat. Was Die Zeit dazu schreibt, macht neugierig: „In einer verblüffenden Tour d’Horizon durch die Menschheitsgeschichte beschreibt Harari, wie der Mensch in einem Akt wachsender Selbstermächtigung zum Homo Deus avanciert und das neue Glaubenssystem des Dataismus die humanistischen Grössen Individualismus, Seele, freier Wille ablöst.“ Auf meiner Leseliste ist es weit oben.

4. Last, not least: Die schönste Form der Nachdenklichkeit ist Comedy und über sich selbst zu lachen. Als Einstimmung auf das Sommerthema „Sein oder online ist die Ferienfrage“ war ich im Stück ON/OFF des Komikerduos Theo Hitzig und Bruno Gschwend (www.lapsus.ch). Sie nehmen uns und unsere digitalen Hysterie auf die Schippe. Erlebenswert und vergnüglich!

Artikelbild: web.uri.edu/


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