Kolumne: Humanoide Roboter machen uns zu robotoiden Menschen

Fieberhaft wird an menschenähnlichen Robotern gearbeitet. Mit humanoiden Robotern sind also nicht die unermüdlich vor sich hinsaugenden Staubschlucker und die Gras raspelnden Mäher gemeint, sondern Maschinen, die wir als Gefährten ins Herz schliessen, weil sie sich so menschlich verhalten und süss aussehen. Es wird nicht mehr lange gehen, bis man neben dem Familienhund auch einen getreuen Humanoiden zu Hause hat.

 

Was passiert dann mit uns? Psychologen haben ja herausgefunden, dass sich die Mimik von Paaren mit den Jahren des Zusammenlebens einander angleicht. Und man hat schon beobachtet, wie ähnlich sich Herrchen und Hund sind und vermutet, dass auch sie sich je länger zusammen umso ähnlicher werden. Das ist in diesem Artikel und diesen Fotos bestens illustriert.

 

Daher kommt meine Titelthese „Humanoide Roboter machen uns zu robotoiden Menschen“, denn mit diesen wird es uns bestimmt genauso ergehen. Die Roboter werden immer menschenähnlicher, und umgekehrt gleichen wir uns an sie an. Fühlen Sie das nicht schon? Ich jedenfalls meine die Vorboten dieser Entwicklung schon zu erkennen. Wenn das Handy-Lämpchen leuchtet, greife ich reflexartig hin, um nachzuschauen – als wäre ich eine Marionette und das Handy die Fernbedienung dazu. Beim Autofahren piepst mein Navi, wenn ich mal wieder schneller unterwegs bin als erlaubt, und schon geht der Fuss vom Gaspedal. Diese Signalisierer werden immer ausgefeilter und ergänzen die sieben Sinne ausserhalb des Körpers. Ich sehe schon kommen, dass mein zukünftiger Haus-Humanoide mir als diensteifriger Butler das Essen serviert und dabei durch seine digitale Brille die Kalorien mitzählt. Wenn es mich dann noch nach ein paar Truffes de Champagne gelüstet, brummt er unbeirrbar: „Schluss mit Gnuss“, und hat die Köstlichkeiten bereits im Kühlschranktresor weggeschlossen. Und das nur, weil ich mich selbst zum robotoiden Sklaven des Sensornetzwerks um mich herum programmiert habe, statt mich von meinem Bauchhirn leiten zu lassen. Na das sind ja tolle Aussichten. Da verzichte ich besser von Anfang an auf solche Maschinentierchen, mähe den Rasen lieber selber und genehmige mir danach eine extra Portion Schokolade.

 

Artikelbild:  Franz Steiner


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